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PSTARCHs Architektur
1. In Zürich, in der Stadt oder der Landschaft, stösst man immer wieder auf Nachbarschaften von Häusern aus verschiedenen Jahrhunderten, die zeigen, wie ungestört das Bauen hier betrieben wurde, höchstens, dass in Wachstumsphasen ein bestimmtes architektonisches Repertoire überhand genommen und Abweichendes verdrängt hat. So verschränken sich mittelalterliche Anlagen, barocke Formungen, biedermeierliche Klassizismen, historistische Auftritte, reformerische, später routinierte Modernisierungen und neueste Bricolagen räumlich ineinander, machen sich voneinander abhängig oder sind nebeneinander aufgereiht. Heute entwerfende Architekten müssen ihren eigenen Umgang dazwischen finden, gleich, ob sie nun diesen architektonischen Resonanzraum ignorieren wollen, um uneingeschränkt ihrer eigenen Sache nachgehen zu können, oder ob sie darauf anspielen, um darin ihr Thema herauszuhören, jedenfalls haben sie es damit zu tun.
2. PSTARCH sind in Zürich und seiner näheren und weiteren Umgebung mit Arbeiten aufgefallen, die historischen Bauten Glanz und Bedeutung zurückgeben (s. Denkmalpflege) oder die auch nur deren räumliche Anlage wieder freispielen (s. Umbauten). Andere ihrer Arbeiten gelten der Erneuerung und Verstärkung der Präsenz alter Agglomerate durch Erweiterungen und Ergänzungen (s. Integrierte Neubauten) oder sind Entwürfe zu gänzlich neuen Gebäuden (s. Neubauten), die, ob im Gebirge, in der Suburbia oder im innerstädtischen Zusammenhang immer in einere hoch determinierten Umgebung zu stehen und zustande kommen und darin oder daraus zu verstehen sind. Ob als Teilnehmer von Wettbewerben, mit Untersuchungen und Gutachten (s. Konzepte und Planungen) beauftragt oder mit Entwürfen und deren Ausführung betraut, die Ergebnisse ihrer eigentümlich einlässlichen Arbeitsweise kommt allen Auftraggeberschaften, privaten, institutionellen oder öffentlichen, zunutze und zugute.
3. PSTARCHs Arbeitsweise ist dabei durchwegs methodisch. Sachverhalte und Tatbestände der Bauten und ihrer Umgebung werden minutiös gesammelt und untersucht, um daraus ein vielschichtiges Bild ihrer Materialisierung, Herkunft, Bedeutung, Ökonomie und Machart zu gewinnen. Damit lässt sich die angemessenste weiterführende Vorgehensweise bestimmen, ob Neues zu entwerfen, Erweiterungen zum Bestehenden hinzuzukomponieren oder Bestehendes von Überlagerungen freizuspielen sei, kann daran argumentiert, verhandelt und dargelegt werden und das ist die Voraussetzung zum Entwurf, der nun den minimalsten möglichen notwendigen Eingriff findet. So erhält das Motto artis sola domina necessitas eine neue Lesart: erst wenn die Notwendigkeit einleuchtet, wird das Entwerfen erfinderisch, weil es erst dann gelingen wird, dem Vorhaben mit knappsten Mitteln die grösstmögliche Wirkung seiner Räume im räumliche Kontinuum der Stadt zu geben. Und das zeichnet gute Bauten aus. 4. Entwerferische Lust und analytische Beobachtung unter einem Dach produktiv zusammenzuspannen, macht die Stärke der zu einer Firma vereinigten drei Signaturen von Thomas Pfister, Rita Schiess und Cristina Tropeano-Pfister und ihrer beitragenden Mitarbeiter aus. Der konkrete Umgang mit historischen Bauten erschliesst ihnen Archive von Wissen und Können, die ins Repertoire der Firma übernommen zugleich Hintergrund und Motiv sind, dem eigenen Entwerfen neue Aussichten und Wege zu eröffnen, und so stehen die Ergebnisse ihrer reflektierenden und zielstrebigen Arbeitsweise und ihres minimal-invasiven Entwerfens durch den ganzen Fächer heutiger Bauaufgaben hindurch erfolgreich und gewinnend da. |
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