Stadthaus Wetzikon Studienauftrag

Erweiterung Stadthaus und Post Wetzikon / Ersatzneubauten Hirschwiesenstrasse

Adresse

Bahnhofstr. / Pappelnstr. / Hirschwiesenstr.
8620 Wetzikon

Auftraggeber

Stadt Wetzikon

Wettbewerb

2014

Landschaftsarchitekt

raderschallpartner ag, meilen

Situationsplan

Gestalt und Gestaltungsplan
Die Machbarkeitsstudie definierte Volumen mit gegebenen Höhen, auf umrissene Baufelder verteilt und über eine etappierbare Substruktion von Parkplätzen gelegt. Der Gestaltungsplan dann trug öffentliche Belange ein, etwa Einfahrtsmöglichkeiten, Durchwegungen, Grünflächen. Das resultierende Netz von Richtungen, Feldern, Linien und wechselseitigen Relationen soll im Entwurf zur Gestalt gebracht werden und die Hirschwiese neue Formen erhalten, damit sie in die Gegenwart findet. Dem Wohnbau ist ein maximales Volumen zugewiesen, dem die optimale Anzahl von Wohnungen einzuschreiben ist. Jene Gestalt ist zu erfinden, die den Wohnungen das Optimum an Qualität gibt, die auf der Hirschweise angelegt ist. Der Stadthausanbau ist ebenso definiert in der Höhe wie dem Volumen nach. Die gestalterisch sensible Frage von Anpassung und Differenz stellt sich, zwischen einer neuen Selbständigkeit und der Erweiterung des Hergebrachten den richtigen Auftritt zu finden. Der Raum dazwischen und darum herum braucht ein Thema, das den Ort, seine neue Gegenwart und die Zukunft prägen kann.

Lageplan

Wohnen am Zentralpark
Wer wird hier wohnen? Zu Fuss einkaufen und Spezialisten aufsuchen zu können, zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, aber auch in einer Nachbarschaft leben mit fremden Geräuschen, ungesuchte Begegnungen und Ereignisse akzeptieren zu können, das alles bedeutet Wohnen im Zentrum. Die Wohnungen sollen jenen, die hier einziehen werden und ihre eigenen Gründe und Vorstellungen vom Wohnen hier mitbringen, vielfältige Konstellationen der Einrichtung eröffnen. Nach beiden Seiten orientiert, lassen sie den Bewohnern die Wahl, wohin sie sich schauen und bieten ihnen in ihrer Tiefe den Rückzugsraum an, der das ermöglicht. In den oberen Etagen sind es die schmalen durchlaufenden Balkone und die grossflächigen Markisen davor, die den privaten Abstand zu wahren helfen. Insgesamt sind auch zunächst einmal weniger als die machbare Anzahl Wohnungen realisiert Das Maximum wird zum Optimum, um das Erdgeschoss in eine erhöhte Lage über das städtische Umfeld mit hohem Grünanteil zu bringen. Das Sockelgeschoss darunter birgt alle benötigten Abstellräume. Der Park nimmt die Eigenheiten des Orts auf und veredelt sie zum genius loci. Anstatt Ausgrenzungen und Abschottungen durchzusetzen, lädt er ein und gibt sich öffentlich, als Rückzugsgelände im Shopping-Ambiente, als Zentralpark für Oberwetzikon.

2. Obergeschoss

Arbeit im Stadthaus
Der Architekt Egli selber deutete an, wie sein Konglomerat erweiterbar sei, zum Kreisel hin schloss er es mit einer blinden Wand vorläufig ab. Jetzt ist der Moment dafür gekommen, nicht bloss zur Erweiterung administrativer Kapazitäten, sondern ebenso gut des ökonomischen Potentials, das darin schlummert. Die Post, die zuvor im Basement untergebracht war, soll unter den neuen Bedingungen und Anforderungen ihrer Kunden nun auch sichtbar und anfahrbar werden. Die Etagen darüber sind als vielfältig nutzbare Flächen frei unterteilbar und hindernislos erreichbar, und darum sowohl fremdvermietbar wie zum Altbau anschlussfähig. Die haustechnischen Interventionen von Lüftung und Wärne erfolgen im Brüstungsbereich, um Raumhöhe zu sparen. Das gibt den ersten Anstoss zur äusseren Erscheinung. Als Abschluss oder Schlussstein der Komposition Stadthaus sind es vor allem plastische Eigenschaften, die den Bau auszeichnen sollen. Eine einfache Volumetrie, wie sie im Gestaltungsplan angelegt ist, wird aufgenommen und vollendet zum markanten Abschluss gebracht. Die Fassade nimmt das Relief auf, das Egli in Kupfer begonnen hat, und gibt es als Abguss in den Betonplatten wieder.

Erdgeschoss

Vernetzter Aussenraum
Die vielseitigen und durchgängigen Wegebeziehungen geben dem Freiraum einen öffentlichen Charakter und fassen das gesamte Areal in einer einheitlichen Gestaltungssprache zusammen. Dies wird zusätzlich durch ein dichtes Baumdach unterstützt. Inselartige Vielecke bieten unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten an, wie Spielplätze, Aufenthaltsbereiche für Bewohner wie auch Arbeitnehmende, Treffpunkte und bieten so nebst der Durchwegung auch Rückzugsmöglichkeiten. Die Flächen können chaussiert und somit begehbar oder als Rasen-fläche mit Staudensaum ausgebildet sein. Der Baumhain besteht hauptsächlich aus Hainbuchen, eingestreut sind Amber-, Tulpenund Taschentuchbäume, aber auch die
bestehenden Solitärbäumen. So kann der heterogene Baumbestand gut in ein einheitliches Gesamtbild integriert und mit Blüten- und Herbstfärbungsaspekten ergänzt werden.

Unterhaltung im Saal
Als I-Punkt der Neuordnung der Hirschwiese, als Dreh- und Angelpunkt zwischen den unter-schiedlichen Einflusszonen, der Flanierzone vor Migros und Gastronomie und dem Wohnbau im Stadthauspark, ist der Entwurf dieses Bauwerks entscheidend. Aber wie immer, wenn es soweit ist, reagiert Oberwetzikon mit einem Rückzieher: bloss keine gültige Setzung und Neudefinition der Gegebenheiten, denn wer weiss, welche Gegenwart die Zukunft bringt! So ist es nur folgerichtig, wenn dieser Teil der Aufgabe herausgenommen und in die Zukunft verschoben wird.

Schnitt Wohnungsbau / Stadthaus
Südostfassade Wohnungsbau
Südostfassade Stadthaus
Modell
Untersuchung Wohnungsbauvolumen

Bilder: Pfister Schiess Tropeano / Visualisierung: nightnurse images gmbh